Fischereifreie Zonen hätten keinen Einfluss auf Erholung der Fischbestände

M. Uekermann zur fachl. Einschätzung des Thünen-Instituts für Ostseefischerei zum Nutzen von fischereifreien Gebieten im geplanten Nationalpark Ostsee

Im Zuge der Diskussionen um einen Nationalpark Ostsee ist immer mal wieder auch von möglichen Nullnutzungszonen die Rede, in denen die Fischerei gänzlich verboten wäre. Es heißt, dies würde der Erholung der Fischbestände dienen. Es ist gut, dass das Landwirtschaftsministerium daraufhin mal beim Thünen-Institut für Ostseefischerei nachgefragt hat, ob diese erhofften positiven Effekte überhaupt eintreten würden. Die Antwort der Wissenschaftler ist deutlich: fischereifreie Zonen hätten so gut wie keinen positiven Einfluss auf die Erholung der Bestände.

Denn zum einen wäre die Gebietskulisse bei diesen wandernden Fischarten zu klein. Schließlich befinden sich die Bestände immer nur phasenweise in unseren Gewässern. Und zum anderen gibt es weitere Stressfaktoren, die viel gravierender auf die Fischpopulationen einwirken, wie zum Beispiel die Eutrophierung oder die generelle Erwärmung der Ostsee im Zuge des Klimawandels.

Während der Nutzen für die Natur also quasi nicht messbar wäre, wäre der Schaden für die Fischer an der Ostsee hingegen vernichtend. Die Einführung von Fischereiverbotszonen würde auch die letzten verbliebenen Fischereibetriebe bei uns im Land in den Ruin treiben. Dies gilt es zu verhindern.